Institut für Rechtsmedizin

Forensische Toxikologie

Ansprechpartner: PD Dr. rer. nat. Frank T. Peters

Rechtsgrundlagen sind:

§ 24a StVG

(2) Ordnungswidrig handelt, wer unter der Wirkung eines in der Anlage zu dieser Vorschrift genannten berauschenden Mittels im Straßenverkehr ein Kraftfahrzeug führt. Eine solche Wirkung liegt vor, wenn eine in dieser Anlage genannte Substanz im Blut nachgewiesen wird. Satz 1 gilt nicht, wenn die Substanz aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels herrührt.
In der Anlage sind aufgeführt

  • Cannabis
  • Heroin
  • Morphin
  • Cocain
  • Amphetaim
  • Designer-Amphetamine (MDMA, MDEA)

§ 316 StGB [Trunkenheit im Verkehr]

(1) Wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft …
siehe auch § 315 c StGB [Gefährdung des Straßenverkehrs]

Das toxikologische Labor des Instituts für Rechtsmedizin bietet Analysen für forensische Zwecke auf Drogen und Drogenersatzstoffe an. Folgende Drogen und Drogenersatzstoffe werden erfasst:

  • Cannabinoide
  • Amphetamine (Amphetamin, Metamphetamin)
  • Designer-Amphetamine (u.a. MDMA, MDEA, MBDB)
  • Cocain
  • Opiate
  • LSD
  • Methadon
  • Buprenorphin
  • Benzodiazepine
  • tricyclische Antidepressiva

Für die genannten Substanzen stehen empfindliche immunchemische Vortests zur Verfügung, die kostengünstig sind. Bei negativem Ausfall der Vortests erübrigen sich weitere Untersuchungen. Bei positivem Ausfall der Tests werden Bestätigungsanalysen der betroffenen Drogen- und Arzneimittelgruppen mittels der aufwendigen GC-MS durchgeführt. Für die forensische Verwertbarkeit der Ergebnisse sind diese Bestätigungsanalysen notwendig, da nur sie die sichere Identifikation und Quantifizierung der Substanzen erlauben. Bei immunchemischen Tests sind falsch-positive Reaktionen möglich.

Zudem stehen Analyseverfahren zum Nachweis anderer Substanzen wie GABA (sog. Liquid Ecstasy), Psilocin (in sog. Pilzen), Scopolamin und Atropin zur Verfügung.

Das toxikologische Labor bietet zusätzlich zur Drogenanalytik umfangreiche Arzneimitteluntersuchungen an, die für die Fahrsicherheit relevante Wirkungen oder Nebenwirkungen aufweisen, an. Mittels GC-MS und HPLC können Wirkstoffe aus den folgenden Gruppen identifiziert und quantifiziert werden:

  • Benzodiazepine und andere Beruhigungs- und Schlafmittel
  • Antidepressiva
  • Neuroleptika
  • Antiepileptika
  • zahlreiche Blutdruck- und Herzmedikamente

Zudem befasst sich das Labor mit Untersuchungen bei Vergiftungen durch Drogen, Medikamente und Gifte wie Kohlenmonoxid, Cyanid, Lösungsmittel, Ethylenglykol oder Pflanzenschutzmittel.

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